Gerhard Ziener

Toleranz

Zur Geschichte eines aktuellen Begriffs
2018

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Der Schriftsteller Botho Strauss nennt Toleranz „Ideenkitsch“ – der Jurist Jan Hedde titelt seine SPIEGEL-ONLINEKolumne „Das Wort“ vom 16. April 2016 mit der Zeile: „Jesus war nicht tolerant“. Was hat es mit diesem bemühten Begriff auf sich – und wie hält er’s mit der Religion? Der nachstehende Artikel zeichnet eine kurze Begriffsgeschichte, die zunächst die zentrale Aussage der genannten SPIEGEL-Kolumne widerlegt: „Die Toleranz ist ein Produkt der Aufklärung, also des ausgehenden 18. Jahrhunderts.“ Dem ist nicht so: Wer sich auf die Suche begibt nach der Wortbedeutung und der Geschichte des Begriffs Toleranz, landet nicht etwa in der Aufklärung – jener Emanzipationsbewegung des 17. und 18. Jahrhunderts, in der sich der Verstand („natürliche Vernunft“) von jeglicher Bevormundung, insbesondere der religiösen, zu befreien suchte –, sondern mitten in christlich-religiösen Auseinandersetzungen. Das bedeutet: In Fragen der Toleranz muss es um etwas gehen, was für Menschen von größter Gewissheit ist. Was bedeutet dies für das Bildungsziel Toleranz?